Garantie und Gewährleistung-Wer haftet bei mangelhafter Ware?

Garantie und Gewährleistung

Wer haftet bei mangelhafter Ware?

Beim Kauf achten die meisten Kunden auf den Preis, die Qualität, die Optik, die Versandkosten usw. Doch was passiert, wenn die gekaufte Ware bereits bei der ersten Verwendung defekt ist? Oder das Gerät nach einem Jahr plötzlich nicht mehr funktioniert? Es ist klar festgelegt, wer zu welchem Zeitpunkt für ein defektes Gerät oder eine mangelhafte Ware haften muss. Doch Vorsicht: Garantie ist nicht gleich Gewährleistung! Das gilt für Käufer und Verkäufer gleichermaßen. Wir erklären Ihnen den Unterschied und was Sie beachten müssen.

Die Gewährleistung …

… ist eine Mängelhaftung und gesetzlich festgelegt. Sie kann also nicht durch allgemeine Geschäftsbedingungen oder andere Klauseln geändert oder außer Kraft gesetzt werden. Der Verkäufer gewährleistet, dass die verkaufte Ware frei von Mängeln aller Art ist. Er haftet für Mängel, die schon zum Zeitpunkt des Verkaufs bestanden haben, aber auch für Mängel, die erst später bemerkt werden.

Die Gewährleistungsfrist beträgt in der Regel 24 Monate, sie kann jedoch bei gebrauchten Waren auf zwölf Monate verkürzt werden (durch AGB oder Vereinbarung mit dem Käufer).

Zugunsten des Käufers wird in den ersten sechs Monaten davon ausgegangen, dass der Mangel bereits zum Lieferzeitpunkt bestanden hat. Der Käufer hat in diesem Fall das Recht auf Austausch, Reparatur, Rücktritt oder Preisnachlass. Es sei denn, der Verkäufer kann beweisen, dass der Mangel erst nach dem Verkauf eingetreten ist. Dies ist in der Praxis jedoch schwierig bis unmöglich.

Nach Ablauf der sechs Monate tritt die Beweislastumkehr in Kraft. Dies bedeutet, dass der Käufer beweisen muss, dass der Mangel bereits beim Kauf bestanden hat. Dies ist in den meisten Fällen ebenfalls schwierig. Der Verkäufer ist also zu keinen Ersatzleistungen verpflichtet. Man ist also auf die Kulanz von Händler, Großhändler oder Hersteller angewiesen.

Die Garantie …

… ist eine freiwillige Leistung des Herstellers oder des Händlers, wobei sie den gesetzlichen Gewährleistungsschutz nicht verringern oder ersetzen darf. Der Verkäufer bzw. Hersteller haftet für auftretende Mängel innerhalb der Garantiezeit. Dabei ist nicht relevant, ob der entstandene Mangel bereits beim Kauf bestanden hat oder erst später aufgetreten ist. In den meisten Fällen wird die Funktionsfähigkeit bestimmter Teile oder der gesamten Ware über einen Zeitraum von zwei Jahren garantiert, wobei Verschleißteile meist ausgenommen sind. Man sollte sich aber vor dem Kauf über den Umfang und die Dauer der Garantieleistungen informieren. Bei manchen Verkäufern kann gegen Aufpreis eine Garantieverlängerung erstanden werden.

Achtung: Oft ist die richtige Bedienung und/oder die regelmäßige Wartung der Ware Voraussetzung, um einen Garantiefall erfolgreich reklamieren zu können. Wird nach der Prüfung durch den Händler bzw. Hersteller festgestellt, dass die Ware z. B. unsachgemäß verwendet wurde, erlischt der Garantieanspruch.

Zusammenfassung

Gewährleistung:
* gesetzlich festgelegte Mängelhaftung
* 24 Monate bei Neuware, bei Gebrauchtware Verkürzung auf zwölf Monate möglich
* sechs Monate zugunsten des Käufers (die Beweislast liegt beim Verkäufer)
Käufer hat das Recht auf Austausch, Reparatur, Rücktritt oder Preisnachlass
* Beweislastumkehr nach sechs Monaten (geht auf den Käufer über)
Verkäufer ist nicht zu Ersatzleistungen verpflichtet
* Mängelbehebung auf Kulanz durch Verkäufer oder Hersteller möglich

Garantie:
* freiwillige Leistung von Händler oder Hersteller
* darf gesetzliche Gewährleistungsrechte nicht verringern oder ersetzen
* Verkäufer bzw. Hersteller haftet für Mängel innerhalb der Garantiezeit
* Garantieverlängerung gegen Aufpreis möglich (abhängig vom Verkäufer)
* auf korrekte Bedienung bzw. Wartung achten, andernfalls Verlust des Garantieanspruchs möglich!

Comments are closed.